

| Spätestens seit der erfolgreichen und hoch gelobten Tournee des Chinesischen Nationalzirkusses ist André Heller, der
Produzent herausragender Shows und Installationen auch unter Asienfreunden wohlbekannt.
Die mannigfaltigen Theaterkünste, die in Japan oftmals nur mehr in Privatgesellschaften dargeboten werden,
werden im Verlauf der neunzigminütigen Show als Episoden eines Traums vorgestellt. Der Traum wird von einem jungen
Prinzen geträumt, der selbst immer wieder als Teil der einzelnen Traumphasen auftritt, beispielsweise
als Samurai in Tate, den Schwertkampfvariationen aus dem 18 Jahrhundert, in denen er sich gegen
diverse Angreifer (unter ihnen auch Ninja) behauptet. Mit "traumwandlerischer" Sicherheit werden so
unterschiedliche Darbietungen wie z.B. Renjishi (Löwentanz aus dem Kabuki), Origami (Papierfaltkunst),
Onikenbai (Tanz der guten Geister aus der Stadt Iwate) oder Wazuma (Zauberkunst aus dem 18. Jhdt.)
unter einen Hut gebracht. Das aus Menschen aller Alters- und Gesellschaftsschichten zusammengesetzte Publikum würdigte diese wunderbare Vorstellung in einer ausverkauften Frankfurter Jahrhunderthalle denn auch mit Szenenapplaus und begeistertem Schweigen während der Vorstellung. Denn nicht nur die mächtigen Wadaiko-Trommeln, sondern gerade die Schauspieler vermochten mit ihren großartigen Leistungen das Publikum mitzureißen und zu verzaubern. YUME gastiert nur in wenigen Orten innerhalb Deutschlands, und eine Wiederholung dieses außergewöhnlichen Ereignisses ist unsicher, denn die meisten der Akteure befinden sich zum ersten mal außerhalb ihrer Heimat und werden sicher nicht sehr lange in der Fremde bleiben wollen. Auch ist es oftmals nötig, die Lehrmeister der Darsteller um Erlaubnis für die Reise ihrer Schüler zu bitten. Dieser Bitte wird vielleicht nicht so schnell wieder Folge geleistet, daher kann ich allen, die an japanischer Kultur und Tradition interessiert sind, nur wärmstens empfehlen, sich diese Perle nicht entgehen zu lassen.
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