Carlos Gonzalez (1. Dan)

und

Roger Westerweller (3. Dan):

Ninjutsu - die japanische Kampfkunst


 

Ninjutsu ist eine japanische Kampfkunst, deren Ursprünge über 800 Jahre zurück liegen. Eigentlich ist Ninjutsu nur eine Stilrichtung im Bujinkan Budo Taijutsu (oder auch Bujinkan Ninpo Taijutsu), welches die neun (sechs Budoschulen und drei Ninjaschulen) verschiedenen Ryu (Schulen) vereint, die unter dem amtierenden 34. Großmeister Dr. Masaaki Hatsumi gelehrt werden.

Bekannt ist Ninjutsu (leider) aus mehr als dubiosen Action-Filmen und Medienberichten, die jedoch mit Tradition und Gegenwart des Ninjutsu fast nichts gemeinsam haben.

Ninjutsu ist eine Kampfkunst und unterscheidet sich von z.B. Iaido, Judo, Karate und anderen Kampfsportarten unter anderem dadurch, dass keine Wettkämpfe bestritten werden. Es gibt keine "verbotenen" Techniken, kein Training mit Schützern (z.B. Boxhandschuhe). Ninjutsu beinhaltet sowohl Schlag-, Tritt- und Block-Techniken, als auch Würfe, Feger, Hebel, Würgegriffe, Atemi-Techniken (Nervenpunkte) und eine umfangreiche Roll-, Fall- und Geh-Schule. Unwichtig sind hingegen Haltegriffe und Festlegetechniken, um den Gegner unverletzt zu lassen. Dadurch würde man nur eine "Verfolgungskampagne" riskieren.

Es gibt sehr passive und weiche, aber auch aggressive und harte Techniken und zu jeder Technik eine Vielfalt an Variationen. Im Gegensatz zu fast allen japanischen Kampfsportarten und Kampfkünsten wird ein breites Spektrum an Waffen gelehrt, z.B. Messer, Lang- und Kurz-Schwert, Stock und Kampfstab, Seil, Hellebarde und andere.

Aufgrund der großen Vielfalt an Techniken mit und ohne Waffen, und der jeweils unterschiedlichen Anatomie der Trainierenden, bietet Ninjutsu sowohl viel Abwechslung, als auch Möglichkeiten für die Entwicklung des Individuums (es gibt z.B. keine starr in einer bestimmten Form einzuhaltenden Kampfstellungen). Der zentrale Punkt im Ninjutsu ist die Distanz. Darüber hinaus ist das Gefühl für die Bewegung ein wichtiger Punkt. Da der Ursprung des Ninjutsu im Kampf einer waffentechnisch unterlegenen Minderheit gegen die Feudalherren und ihre Samurai liegt (obwohl diese auch oft Auftraggeber der Ninja waren), sind viele Techniken unkonventionell und unspektakulär, aber sehr effektiv. Da die Ninja eine andere, pragmatischere Weltsicht hatten als das feudale Japan, wurden Techniken entwickelt, die den Samurai verboten waren, da sie als ehrlos galten. Dies gilt zum Beispiel für Angriffe von hinten, bei Nacht oder das Kämpfen mit Täuschungsmanövern und Kontertechniken. Einziges Ziel war die Erfüllung des Auftrages, wofür alle zur Verfügung stehenden Mittel eingesetzt wurden, wenn sie Erfolg versprechend waren.

Auch wenn das traditionelle Ninjutsu auf den mittelalterlichen Begebenheiten Japans basiert (Kampf gegen schwer gerüstete Samurai), ist es ebenfalls für die moderne Selbstverteidigung sehr gut geeignet.

 


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