Tobias Müller
und
Andreas Engelke (2. Dan Shotokan Karate)

Kraft vs. Technik - Ein Vergleich zweier Trainingsmethoden

zur Steigerung der maximalen Trittkraft im Kampfsport

Stand 2003


1. Problemstellung
Durch langjähriges Betreiben der japanischer Kampfkünste, gewannen wir den Eindruck, dass im traditionellen Kampfkunst/-sportunterricht, wie wir ihn bis dahin kennen gelernt hatten, nur selten, bzw. überhaupt kein Krafttraining mit zusätzlichen Lasten durchgeführt wird. Da wir während unserer Studien der Sportwissenschaften gelernt hatten, dass gesondertes Krafttraining in vielen Schnellkraft-Sportarten ein effektives Mittel zur Leistungssteigerung ist, verwunderte uns diese Beobachtung. Immer noch ist es in Kampfsportkreisen ein weit verbreitetes Vorurteil, dass Krafttraining langsam macht. Wir erklärten uns das Fehlen zusätzlichen Krafttrainings auf Grund dieses Vorurteils vieler Trainer. Nun stellte sich für uns die Frage, ob und wie effektiv ein solches Krafttraining für einen Kampfkünstler/-sportler im Vergleich zu einem traditionellen Techniktraining ist. Gefundene Literatur zu diesem Thema basierte in den meisten Fällen auf den persönlichen Erfahrungen der Autoren. Die Qualität der veröffentlichten Konzepte variierte von „für die Gesundheit bedenklich“ über „ungefährlich aber auch ineffektiv“ bis zu trainingswissenschaftlich viel versprechenden, aber wissenschaftlich nicht fundierten Konzepten. Zudem fanden wir auch wissenschaftliche Artikel zu diesem Thema in der Zeitschrift Leistungssport. Vor allem die Artikel von Joch et. al.: „Schlagkraft und Bewegungsschnelligkeit des Boxers“ und Bührle et. al.: „Schlagkraft und Bewegungsschnelligkeit des Boxers – Anmerkungen zum Beitrag von W. Joch et. al.“ machten uns die zwei Hauptstandpunkte der Forschung auf diesem Gebiet klar. Während Joch et. al. die Meinung vertreten, dass allein ein Techniktraining einen leistungssteigernden Einfluss auf  die Schlaggeschwindigkeit hat, sind Bührle et. al. der Meinung, dass eine Steigerung der Schlaggeschwindigkeit durch eine gesteigerte Maximalkraft ebenfalls zu erreichen ist. Diese Untersuchung soll klären, welche der oben genannten Positionen im Bezug auf  Shotokan Karate zutrifft. Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir diese Thematik empirisch untersuchen.

 

1.1  Darstellung problemrelevanter Untersuchungen
Unsere Recherchen führten uns zu einigen wissenschaftlich fundierten Artikeln. Diese befassten sich zwar mit unserer Thematik und trugen zu einem erweiterten Verständnis derselben bei, gaben aber nur bedingt Antworten auf unsere spezielle Problemstellung:

Degtjarow / Dsherojan: „Faktoren- Analyse der Schnelligkeitseigenschaften von Boxern“: Der Artikel von Degtjarow und Dsherojan gliedert sich in folgende Hauptaussagen: Die Reaktionszeit einer Verteidigungsaktion ist länger als die Dauer eines Boxschlages aus der Mitteldistanz. Die Autoren empfehlen daher ein verstärktes Antizipationstraining, denn nur so sei eine erfolgreiche Verteidigung möglich.

Mizerski: „Zum Einfluss des Aufwärmens auf die Veränderungen der Schlagschnelligkeit des Boxers“ Die Hauptthese dieses Artikels ist schnell zusammengefasst: Ein spezifisches Aufwärmprogramm wirkt sich leistungssteigernd auf die Schlagschnelligkeit des Boxers aus. Besonders bei komplexen Bewegungen lässt sich so die benötigte Zeit für eine solche Bewegung deutlich reduzieren. 

Neben den oben aufgeführten Artikeln stießen wir bei unseren Recherchen auf zwei Studien aus dem Jahr 1982, die für uns von besonderer Bedeutung sind. Diese Arbeiten sind die Grundlage für unsere weitergehenden Überlegungen und Hypothesen. Deshalb werden wir nun näher auf diese eingehen.

Joch / Krause / Fritsche: „Schlagkraft und Bewegungsschnelligkeit des Boxers“: Die Autoren gehen zunächst davon aus, dass die Ausbildung der Kraftfähigkeit ein wichtiges Trainingsziel aller Boxer ist, da sich diese Fähigkeit vor allem in der Schlagkraft zeigt. Eine weitere wichtige motorische Eigenschaft des Boxers ist seine Schnelligkeit. Diese ist unterteilt in Reaktions-, Schlag- und Bewegungsschnelligkeit. Kraft und Schnelligkeit beeinflussen sich im Training immer gegenseitig. So stellen die Autoren die Hypothese auf, dass „...ein zu hohes Kraftniveau auf Kosten der Schnelligkeit geht...“. Anders formuliert bedeutet dies, dass sich maximale Schnelligkeit nur erreichen lässt, wenn das Kraftniveau des Boxers nicht zu hoch ist. Die Schlagkraftspitze wird in Newton (N) gemessen und ist definiert als: N = kg/sec². Ausgehend von der HILLschen Gleichung, nach der die Kontraktionszeit eines Muskels gegen zunehmende Last abnimmt, schlussfolgern die Autoren: „...Krafttraining macht langsam.“

Nach den theoretischen Grundlagen wird das Versuchsdesign dargestellt. Es wurden Boxer drei verschiedener Leistungsniveaus untersucht. Von diesen Boxern wurden die Schlagkraft (F), Schlagschnelligkeit (Sa) und Schlagfrequenz (St) bestimmt. Es konnte kein signifikanter, nur ein tendenzieller Zusammenhang zwischen dem Leistungsniveau und der Schlagkraft festgestellt werden. Daraufhin wurden die Boxer in drei Gruppen nach der Höhe ihrer Schlagkraft eingeteilt. In allen Gruppen gab es, bis auf wenige Ausnahmen, keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Körpermasse und den untersuchten Merkmalen. Nachdem dieses Untersuchungsdesign keine oder nur sehr wenige Ergebnisse lieferte, wurde das Spektrum der untersuchten Merkmale erweitert. Außerdem wurde der Boxschlag in seine Bewegungsphasen aufgegliedert, um der Komplexität der Bewegung gerecht zu werden. Bei der Analyse der einzelnen Komponenten des Boxschlages ergab sich, dass bei den leistungsschwächeren Boxern mehr Überflussmotorik während der Bewegung abzulaufen schien. Somit besteht der Optimierungsprozess der Technik eines Boxers darin, diese Überflussmotorik abzubauen. Aufgrund der zusätzlichen Merkmale ließ sich nun doch ein Zusammenhang zwischen der Körpermasse und der Schlagkraft herstellen. Je höher das koordinative Niveau des Athleten ist, desto effektiver kann er seine Körpermasse in Schlagkraft umsetzen. Das Fazit der Autoren lässt sich so zusammenfassen:

Wenn man die Effektivität einer so komplexen Bewegung wie dem Boxschlag steigern will, kommt es nicht auf die Ausprägung einzelner motorischer Merkmale an, sondern auf das optimal abgestimmte Verhältnis der relevanten Merkmale aufeinander. Somit empfehlen die Verfasser die Schulung des Bewegungsablaufes in seiner Gesamtheit, da dies die einzig effektive Methode zur Leistungssteigerung eines Boxers sei.

Bührle / Müller / Schmidtbleicher: „Schlagkraft und Bewegungsschnelligkeit des Boxers – Anmerkung zum Beitrag von W. Joch et. al.“ Als Reaktion auf den oben behandelten Artikel von W. Joch et. al. erschien dieser Beitrag in der Zeitschrift „Leistungssport“. Gleich zu Anfang dieser Abhandlung beginnen die Verfasser das methodische Vorgehen von W. Joch et. al. zu kritisieren. Im Kern der Kritik stehen zwei Aspekte. Zunächst geht es um die Voreingenommenheit der Autoren, die kaum einen anderen Schluss zulässt, als dass „...ein zu hohes Kraftniveau auf Kosten der Schnelligkeit geht...“ Auch wird die These kritisiert, dass es nicht auf das Ausprägungsniveau der einzelnen Merkmale ankommt, sondern auf die optimale Abstimmung dieser Merkmale aufeinander.  M. Bührle et. al. kommentieren die Voreingenommenheit der anderen Autoren mit den Worten: „Implizit lehnen die Autoren ein spezifisches und ausgegliedertes Krafttraining für Boxer ab.“ Der zweite Kritikpunkt ist die fehlerhafte Interpretation der HILLschen Gleichung. Fehlerhaft deshalb, weil hier keine Unterscheidung zwischen Last und Kraft gemacht wird. Nur auf Grund dieses Fehlers kamen W. Joch et. al. zu der trainingspraktischen Folgerung, dass Krafttraining langsam macht. Zudem halten die Autoren die Untersuchung von W. Joch et. al. für nicht aussagekräftig genug, um solche Folgerungen für die Trainingspraxis aufzustellen. Weitere Kritikpunkte waren Unsicherheiten bei den physikalischen Grundlagen und Widersprüche bei den statistischen Verfahren.

Um die Thesen von W. Joch et. al. zu entkräften, entschlossen sich die Autoren eine Gegenstudie durchzuführen. Es wurden 11 Boxer des nationalen A-Kaders untersucht und mit einer Kontrollgruppe, bestehend aus 11 Sportstudenten, in Relation gesetzt. Alle Sportstudenten waren weder Leistungssportler, noch führten sie ein regelmäßiges Krafttraining durch. Im Gegensatz zu der Studie von W. Joch et. al. wurde die Kraft der Armstreckmuskulatur anstatt der Schlagkraft bestimmt. Die Begründung für dieses Vorgehen war, dass die Ausstoßzeit des Boxschlages den Kraftparametern der Armstreckmuskulatur zugeordnet werden muss. Die Schlagkraft hingegen resultiert aus einer Ganzkörperbewegung, die auch von der Körpermasse abhängig ist. Nachdem für beide Versuchsgruppen die Maximalkraft der Armstrecker bestimmt worden war, wurden diese Kraftwerte (kp) in Relation zur Körpermasse (kg) gesetzt. Die daraus resultierende relative Kraft (kp/kg) war bei der Gruppe der Boxer (0,52 ± 0,1) durchschnittlich geringer als bei der Gruppe der Sportstudenten (0,61 ± 0,1). Aus diesen Daten ist, nach den Autoren, ersichtlich, dass die Gruppe der Boxer ein deutlich schwächer entwickeltes Kraftniveau besitzt. Um den Zusammenhang zwischen Maximalkraft und Bewegungsschnelligkeit genauer erfassen zu können, teilten M. Bührle et. al. die Versuchsgruppe der elf Boxer in eine leistungsstarke und eine leistungsschwächere Gruppe ein. Dies taten sie, indem sie alle Boxer, die einen Maximalkraftwert über dem Durchschnitt erreicht hatten, in die leistungsstarke Gruppe und die übrigen in die leistungsschwache Gruppe einteilten. Es ergab sich ein enger Zusammenhang zwischen Maximalkraft und Bewegungsschnelligkeit. Bei einer Korrelationsanalyse ergab sich ein Korrelationskoeffizient von r = 0,75. Durch weitere statistische Verfahren ließ sich eindeutig beweisen, dass das sportartenspezifische Schnelligkeitsverhalten der Boxer durch die Kraftkomponenten Maximalkraft, Explosivkraft und Startkraft bedingt ist. Die Autoren ziehen in ihrem Artikel folgendes trainingspraktisches Fazit: „Je höher das koordinative Niveau von Athleten ist, um so unmittelbarer kann ein Zuwachs an Maximalkraft in einen Gewinn an Bewegungsschnelligkeit umgesetzt werden.“ Weiterhin stellen die Autoren fest, dass der leistungsbestimmenden Komponente „Kraft“ im Boxsport zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, obwohl gerade diese verstärkt trainiert werden sollte.

1.2 Synthese der Forschungsergebnisse zu eigenen Hypothesen
Als Basis unserer Überlegungen dienen uns vor allem die beiden Artikel von Joch / Krause / Fritsche: „Schlagkraft und Bewegungsschnelligkeit des Boxers“ und Bührle / Müller / Schmidtbleicher: „Schlagkraft und Bewegungsschnelligkeit des Boxers – Anmerkung zum Beitrag von W. Joch et. al.“ Beide Autorengruppen haben ihre Ergebnisse für uns nachvollziehbar entwickelt, kommen allerdings zu unterschiedlichen Resultaten. Auch können wir uns auf Grund unseres Kenntnisstandes beide trainingspraktischen Folgerungen als leistungssteigernde Maßnahmen im Boxsport vorstellen. Im Rahmen unserer karatespezifischen Problemstellung verkörpern W. Joch et. al. das traditionelle Trainingsprinzip im Karate. Hier werden in etlichen Trainingseinheiten die Karatetechniken eingeschliffen, ohne ein zusätzliches Krafttraining durchzuführen. Bührle et. al. empfehlen für fortgeschrittene Karateka, mit einem hohen technischen Niveau, ein Krafttraining zur Verbesserung ihrer Leistung. Da wir bei unserer Literaturrecherche auf keine relevanten Untersuchungen über Tritttechniken, bzw. deren Merkmale, wie Trittkraft oder Trittschnelligkeit gestoßen sind und im Karate solche Techniken sehr oft effektiv verwendet werden, wollen wir exemplarisch eine Tritttechnik auf deren Merkmal „Trittkraft“ hin untersuchen. Da im Kampfsport der Halbkreisfußtritt (Mawashi - Geri) die am häufigsten angewendete Tritttechnik ist, soll diese untersucht werden. Die Erkenntnisse über den Boxstoß sind deshalb auf den Halbkreistritt übertragbar, da beide Bewegungen komplexe Ganzkörperbewegungen sind, die es zum Ziel haben, den Gegner in einer Kampfsituation möglichst schnell (Schlag- Trittschnelligkeit) und hart (Schlag- Trittkraft) zu treffen.

Die Widersprüchlichkeit der beiden Trainingskonzepte von W. Joch et. al. und Bührle et. al. führte uns zu folgenden Hypothesen:

A     Ein hypertrophieorientiertes Krafttraining der unteren Extremitäten hat keinen Einfluss auf die maximale Kraftentwicklung beim Mawashi-Geri (Halbkreisfußtritt) im Shotokan Karate.

B     Ein spezifisches Techniktraining des Halbkreistritts hat keinen  Einfluss auf die maximale Kraftentwicklung beim Mawashi-Geri (Halbkreisfußtritt) im Shotokan Karate.

Nach Bührle et. al. hängt die Übertragung der Muskelkraft auf die Schlagkraft von den technischen Fähigkeiten des Athleten ab. So lassen sich zwei weitere Hypothesen (C und D) formulieren, die so einen differenzierten Blickwinkel auf die Thematik ermöglichen.

C         Bei den Probanden mit großer Vorerfahrung mit der Tritttechnik nimmt  das Krafttraining einen größeren leistungssteigernden Einfluss auf die maximale Kraftentwicklung beim Mawaschi– Geri (Halbkreisfußtritt) im Shotokan Karate als das spezifische Techniktraining. 

D        Bei den Probanden mit geringer Vorerfahrung mit der Tritttechnik nimmt  das Krafttraining einen niedrigeren leistungssteigernden Einfluss auf die maximale Kraftentwicklung beim Mawaschi– Geri (Halbkreisfußtritt) im Shotokan Karate als das spezifische Techniktraining.

1.3 Begriffsbestimmung
1.3.1 Definition der sportlichen Leistung
Sportliche Leistung ist das Ergebnis einer sportlichen Handlung, das speziell  im Wettkampfsport seinen Niederschlag in einer Maßzahl findet, die der Bewegungshandlung nach vorher festgelegten Regeln zugeordnet wird. Die sportliche Leistung ist aufgegliedert in folgende Komponenten:
-          Technik
-          Kondition
-          Taktisch- kognitive Fähigkeiten
-          Äußere Bedingungen
-          Rahmenbedingungen
-          Psychische Fähigkeiten

In unsrer Studie werden nur zwei dieser sechs Komponenten untersucht und miteinander verglichen. Wir beschränken uns auf die physischen Einflussgrößen auf die sportliche Leistung, nämlich die Kondition und die Technik. Die restlichen Komponenten werden als Störvariablen angesehen und sollten nach Möglichkeit konstant bleiben.

1.3.2 Hypertrophieorientiertes Krafttraining der unteren Extremitäten
In unserer Studie ist vor allem die Maximalkraft zur Steigerung der Trittkraft eine relevante Größe. Um die Maximalkraft zu steigern, soll ein hypertrophieorientiertes Krafttraining durchgeführt werden. Da der quadriceps femoris die größte, an der Technik beteiligte Muskelgruppe ist, soll dieser möglichst isoliert trainiert werden. Ein allgemeines Prinzip des Krafttrainings ist nach Schmittbleicher, dass die Krafttrainingsübung der Wettkampfbewegung möglichst ähnlich sein soll, um Übertragungsverluste zu minimieren. Die Basiskrafttrainingsübungen für den quadriceps femoris sind Kniebeuge, Beinpresse und leg extension. Da die Übungsausführung an der leg extension Maschine der Schnappbewegung des Halbkreisfußtritts am ähnlichsten ist, wurde diese Maschine zur Durchführung des Krafttrainings verwendet. An diesem Trainingsgerät wurde mit den Probanden ein Krafttraining nach folgenden Belastungsnormativa (Tabelle 1) durchgeführt:

 Tabelle 1: Belastungsnormativa des Hypertrophietrainings

Belastungskonfiguration

Submaximale Kontraktionen

Belastungsintensität

85%

Wiederholungen pro Serie

8-10

Serienzahl

5

Serienpause

2-3 min

Kontraktionsgeschwindigkeit

Zügig

Einheiten pro Woche

2

Wochen

4

1.3.3 Maximale Trittkraft
Als Maß für die Schlagkraft, bzw. Trittkraft beim Halbkreisfußtritt, dient uns der Begriff der maximalen Kraftentwicklung. Wir messen eine zeitlich unabhängige, maximale Kraftspitze beim Auftreffen des Fußtritts, hierbei handelt es sich um eine Impulsübertragung. Die Höhe des Impulses (P) ist abhängig von der auftreffenden Masse (m) und ihrer Endgeschwindigkeit (v): P = m × v
Der Impuls (P) ist gleichzusetzen mit der Kraft (F), die während der Zeit (t) wirken kann: P = F × t
Die Ableitung des Impulses (P`) nach der Zeit (t) ist definiert als die Kraft (F): P` = F
Somit ist die gemessene Kraftspitze eine repräsentative Messgröße für den übertragenen Gesamtimpuls.

 

1.3.4 Was ist Techniktraining?
Ein Techniktraining zielt auf die Verbesserung der Bewegungsfertigkeit und der koordinativen Fähigkeiten ab. Die Bewegungsfertigkeit meint den speziellen Bewegungsablauf der sportlichen Technik. „Koordination wird unterteilt in intermuskuläre und intramuskuläre Koordination. Intermuskuläre Koordination meint das Zusammenspiel verschiedener Muskeln untereinander, während die intramuskuläre Koordination Abstimmungsprozesse (Rekrutierung, Frequenzierung, Synchronisation)  in einem einzelnen Muskel beschreibt“. Ein Techniktraining hat somit zum Ziel, eine neue sportliche Technik zu lehren, bzw. eine schon bekannte Technik zu verfeinern und die inter- und intramuskuläre Koordination zu schulen.

Im Karate werden den Schülern (Kohai) die Techniken durch einen Meister (Sensei) beigebracht. Diese werden durch häufiges Wiederholen eingeschliffen. Die Techniken werden mit und ohne Ziel geübt. Als Ziele können hierbei Schlagpolster (Pratzen) oder Trainingspartner dienen. Das Techniktraining, das unsere Probanden zu absolvieren hatten, lief wie folgt ab:

Es wurde mit einer gründlichen, karatespezifischen Aufwärmphase (etwa 20 min.) begonnen. Danach führten die Probanden mehrere Technikbahnen (etwa 15 min.) durch. Eine Technikbahn beinhaltet fünf bis zehn Wiederholungen der Einzeltechnik (Halbkreisfußtritt), die ohne Ziel ausgeführt wurden. Bewegungstempo und -intensität der Technikbahnen wurden systematisch variiert. Es wurde mit niedrigem Tempo begonnen, so dass Einzelkorrekturen durch den Sensei vorgenommen und sich die Probanden auf die auszuführende Technik konzentrieren konnten. Mit der Zeit wurde das Tempo der Einzelausführungen gesteigert. Zum Abschluss der Technikeinheit wurde der Halbkreistritt mit maximaler Intensität auf ein Schlagpolster getreten. Insgesamt wurden fünf Sätze mit je zehn Wiederholungen dieses Pratzentrainings pro Trainingseinheit durchgeführt. Die Technikbahnen hatten in erster Linie zum Ziel, die Bewegungsfertigkeiten der Probanden zu schulen. Das Pratzentraining wiederum, sollte vor allem die koordinativen Fähigkeiten trainieren.

1.4 Wissenschaftliche Gütekriterien

1.4.1 Objektivität

Da unser Messinstrumentarium eine relativ hohe Messgenauigkeit aufweist, stellt sich die Frage nach der Objektivität im Bereich der Datenerhebung der Tritt- und Beinkraft nur bedingt. Die Messdruckplatte zur Feststellung der Trittkraft hat laut Datenblatt einen Messfehler von 2,1 %. Da wir die Messdruckplatte jedoch gepolstert haben und sie an einem, möglicherweise nicht ganz schwingungsfreien Träger angebracht war, mussten wir empirisch überprüfen, wie hoch der Messfehler in seiner Gesamtheit ist. Um der wissenschaftlichen Objektivität zu genügen, legen wir den potentiellen Messfehler unseres Systems  nach Überprüfung auf 5% fest.

Bei der Feststellung der Maximalkraft im quadriceps femoris an der leg-extension Maschine ist ebenfalls ein geringer potentieller Messfehler anzunehmen, da die Maschine nur in 2,5 Kilogrammschritten zu verstellen ist. Bei der Bewertung der Qualität der Tritttechnik wurde ein Expertenurteil als Mittel zur Datenerhebung eingesetzt, welches potentiell subjektiv ist. Die Bewertung wurde unabhängig voneinander durch zwei Experten durchgeführt.

 

1.4.2 Reliabilität

Um die Reliabilität unserer Messmethodik zu ermitteln, führten wir eine Test-Retest-Reliabilitätsprüfung durch. Zehn Probanden mit hohem technischem Niveau mussten zu zwei Zeitpunkten (M1 und M2) mit dem Abstand von sieben Tagen Testmessungen durchführen, ohne in der Zwischenzeit ein spezielles Training absolviert zu haben. Mit einem Korrelationskoeffizient von r = 0,995 ist gezeigt worden, dass unsere Messmethodik reliabel ist.

 

1.4.3 Validität

Die abhängige Variable wird mit einer Messdruckplatte in Newton (N) gemessen. Newton ist die physikalische Einheit für Kraft. Da wir die maximale Trittkraft eines Tritts bestimmen wollen, ist es valide, dieses Merkmal des Tritts in Newton zu messen.

1.5 Aufbau der Arbeit im weiteren Verlauf
Insgesamt wurden drei verschiedene Versuchsgruppen untersucht. Die Daten der ersten Krafttrainingsgruppe (KG1) wurden zum Zeitpunkt t1 (10.06.02 – 19.07.02) erhoben, während die Daten einer zweiten Krafttrainingsgruppe (KG2) zum Zeitpunkt t2 (13.01.02 – 21.02.03) ermittelt wurden. Parallel zu dieser zweiten Krafttrainingsgruppe wurde ebenfalls zum Zeitpunkt t2 mit einer weiteren Gruppe ein Techniktraining (TG) durchgeführt. Da wir im ersten Teil die theoretischen Grundlagen besprochen haben, soll im zweiten Teil  Hypothese A überprüft werden. Dazu werden die beiden Krafttrainingsgruppen (KG1 und KG2) ausgewertet. Analog dazu wird im dritten Teil die Hypothese B, im vierten Hypothese C und im fünften Hypothese D überprüft. Danach folgen die trainingspraktischen Folgerungen und Zusammenfassungen.

 

2. Überprüfung von Hypothese A
Hypothese A
Ein hypertrophieorientiertes Krafttraining der unteren Extremitäten hat keinen Einfluss auf die maximale Kraftentwicklung beim Mawashi– Geri (Halbkreisfußtritt) im Shotokan Karate.

 

2.1 Merkmalsstichprobe für KG1 und KG2
Untersucht wird die maximale Kraftentwicklung bei einem Halbkreistritt gegen einen geeigneten Kraftaufnehmer. Hierbei wird die Kraft beim Auftreffen in N gemessen. Dies ist die abhängige Variable. Dieses Merkmal werden wir im Weiteren als „Trittkraft“ analog zum Begriff der „Schlagkraft“ bezeichnen. Die unabhängige Variable ist bei den Krafttrainingsgruppen, die durch ein Krafttraining veränderte Maximalkraft im quadriceps femoris. Wir gehen davon aus, dass die Qualität der Tritttechnik während des Untersuchungszeitraumes konstant bleibt. Um dies zu überprüfen, haben wir die Qualität der Tritttechnik in Ein- und Ausgangstests bestimmt. Da jeder Proband nur wenige Male im Eingangs- und Ausgangstest gegen den Kraftaufnehmer trat, ist nicht anzunehmen, dass hier eine koordinative Anpassung erfolgt. Um zu kontrollieren, ob unsere Annahme auch wirklich zutrifft, haben wir alle Probanden auf Video aufgenommen. Durch den Vergleich der Aufnahmen von Ein- und Ausgangstests konnte so eine eventuelle Technikverbesserung festgestellt werden. Die zu erwartenden Störvariablen sind zahlreich, aber folgende haben wir zweifelsfrei als relevante Größen während unserer Studie identifizieren können:

Motivation, Schmerzempfinden, Angst, variable Ausführung der Technik, Grad der Erwärmung, Vorermüdung und anderweitiges Training.

2.2  Personenstichproben von KG1 und KG2
2.2.1 Personenstichprobe KG1
Die Probanden der ersten Krafttrainingsgruppe bestehen aus 10 Studenten der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main (Institut für Sportwissenschaften)  im Alter zwischen 22 und 30 Jahren. In Bezug auf Vorerfahrungen in Kampfsportarten ist die Gruppe inhomogen. Das private Trainingsprogramm der Probanden wurde auch während der Studie unverändert fortgeführt.
 
2.2.2 Personenstichprobe KG2
Die Probanden der zweiten Krafttrainingsgruppe bestehen aus 10 Studenten des gleichen Institutes im Alter zwischen 21 und 27 Jahren. In Bezug auf Vorerfahrungen in Kampfsportarten ist die Gruppe ebenfalls inhomogen. Das private Trainingsprogramm der Probanden wurde auch hier während der Studie unverändert fortgeführt.

 

2.3 Messmethodik / -instrumentarium
Um bei unserem Prä- und Posttests die maximale Trittkraft des Halbkreistritts messen zu können, „bastelten“ wir folgendes Instrumentarium:
Wie in Abbildung 1 zu sehen ist, besteht die Apparatur im Wesentlichen aus drei Komponenten:
-                     einer gut gepolsterten Messdruckplatte,
-                     einem Koordinatensystem am Boden
-                     und einem PC mit einem speziellen Programm zur Darstellung und Auswertung der Messwerte.

Neben diesem Messinstrumentarium zur Bestimmung der Trittkraft wurde die Maximalkraft im quadriceps femoris mittels einer leg-extension Krafttrainingsmaschine bestimmt. Die Qualität der Technik wurde mit Hilfe von Videoaufzeichnungen analysiert und bewertet.

Abbildung 1 (Tritt): Messinstrumentarium zur Feststellung der Trittkraft

2.3.1 Messinstrumentarium/ -methodik zur Bestimmung der Trittkraft
Der Verlauf des Prä- und Posttests gestaltete sich dermaßen, dass nach einer kurzen Aufwärmphase die Probanden einige Probetritte absolvierten. Nun wurde die Position der Füße im Koordinatensystem mittels einer Markierung fixiert und notiert. Es folgten die fünf Messungen unter Berücksichtigung der technischen Knotenpunkte des Halbkreistritts.

 

2.3.2    Messinstrumentarium/ Messmethodik zur Bestimmung der Maximalkraft der Beinstrecker
Zur Feststellung der Maximalkraft im Beinstrecker sowie als Krafttrainingsgerät verwendeten wir eine leg-extension Maschine. Das Gerät  verfügt über verschiedene Einstellungsmöglichkeiten, um sie auf jeden Körperbau optimal anpassen zu können. Die Belastungsintensität kann in 2,5 kg- Schritten variiert werden. Der einzige Kritikpunkt an dieser Maschine ist, dass sich die Hüfte nicht durch einen Gurt fixieren lässt. An dieser Maschine führten wir zweimal wöchentlich das Hypertrophietraining sowie den Prä- und Posttest zur Bestimmung der Maximalkraft des Beinstreckers durch. Bei diesen Tests gingen wir wie folgt vor:

Die Probanden sollten beide Beine gegen einen, für sie maximalen Widerstand zur Streckung bringen. Für jeden Probanden wurde so seine individuelle Leistungsfähigkeit an dieser Maschine festgestellt und in kg notiert.

2.3.3 Messinstrumentarium/ Messmethodik zur Bestimmung der Qualität der Tritttechnik
Zur Bestimmung der Qualität der Bewegungsfertigkeit bei der Tritttechnik zeichneten wir die Probanden während Ein- und Ausgangstests auf Video auf. Dazu benutzten wir zwei digitale Camcorder, die wir so auf Stativen positionierten, dass sie den Probanden von vorne und seitlich aufnahmen. Anhand dieses Videomaterials wurde die Qualität der Tritttechnik durch die Bewertung der einzelnen Technikknotenpunkte bestimmt. Die Skala dieser Bewertung reichte von 15 bis 0 Punkten, wobei die 15 für die höchste Qualität steht. Dieses Verfahren wurde für Ein- und Ausgangstest unabhängig voneinander durchgeführt, um  später Unterschiede in der Bewegungsausführung festzustellen. In der folgenden Tabelle  (Tab. 2) werden für den jeweiligen Technikknotenpunkt die Kriterien für die einzelnen Wertungen (15 - 0) aufgelistet.

Tabelle 2: Bewertungskriterien der Technikknotenpunkte

Wertungen/ Knotenpunkte

15 – 13 Punkte

12 – 10 Punkte

9 – 7 Punkte

6 – 4 Punkte

3 – 1 Punkte

0 Punkte

Vorrotieren des
Oberkörpers mit
abschließendem
Gegenrotieren

ausgeprägte Bogenspannung, Oberkörper rotiert explosiv in Trittrichtung

gute Bogenspannung, Oberkörper rotiert stark in Trittrichtung

mäßige Bogenspannung, Oberkörper rotiert in Trittrichtung

kaum Bogenspannung, Oberkörper rotiert minimal in Trittrichtung

generell minimale Bewegung des Oberkörpers

Oberkörper bleibt in Ruheposition

Knie seitlich anheben

Der Winkel zwischen den Oberschenkeln beträgt ca. 90°.

Der Winkel zwischen den Oberschenkeln beträgt ca. 60°.

Der Winkel zwischen den Oberschenkeln beträgt ca. 40°.

Der Winkel zwischen den Oberschenkeln beträgt ca. 30°.

Der Winkel zwischen den Oberschenkeln beträgt ca. 20°.

Der Winkel zwischen den Oberschenkeln beträgt ca. 0°.

Hüfte und Oberkörper
seitlich abgedreht beim
Auftreffen

Knie, Hüfte und Schulter bilden kurz vor dem Auftreffen eine Gerade

Knie, Hüfte und Schulter bilden kurz vor dem Auftreffen annähernd eine Gerade

 Knie, Hüfte und Schulter bilden kurz vor dem Auftreffen ein leichtes Dreieck

Knie, Hüfte und Schulter bilden kurz vor dem Auftreffen ein deutliches Dreieck

Knie, Hüfte und Schulter bilden kurz vor dem Auftreffen ein starkes Dreieck

Oberkörper bleibt aufrecht, Hüfte unbeweglich

Standfuß zeigt beim
Auftreffen mindestens
 90° zur Seite

Drehung des Fußes um ca. 180° (parallel zur Wand in Rückwärtsrichtung)

Drehung des Fußes um ca.  135°

Standfuß zeigt ca. 90° zur Seite (zur Wand)

Drehung des Fußes um ca. 65°

Drehung des Fußes um ca. 25°

keine Drehung des Fußes (parallel zur Wand in Vorwärtsrichtung)

Addition aller Teilimpulse
zu einer flüssigen Bewegung
(Dynamik)

explosiv

dynamisch

mäßig dynamisch

undynamisch

zäh

stockend

Treffen mit dem Spann

Spann ist leicht nach unten abgedreht.

Spann trifft senkrecht auf die Matte.

Spann trifft annährend senkrecht auf die Matte

Spann trifft mit einen Winkel von mehr als 45° 

Fuß trifft annährend mit dem Außenrist

Fuß trifft mit dem Außenrist.

2.4 Untersuchungsverlauf von KG1 und KG2
Die Untersuchung von KG1 wurde vom Montag, den 10.06.02 bis zum Freitag, den 19.07.02 (t1) durchgeführt. Im Diagnoseraum des Institutes für Sportwissenschaften Ffm. führten wir nach einer kurzen Aufwärmphase den Eingangstest zur Feststellung der maximalen Trittkraft beim Halbkreistritt durch. Nach einigen Probetritten folgten die fünf Testmessungen. Danach folgte die Feststellung der Maximalkraft des quadriceps femoris an der leg-extension Maschine. In den kommenden Wochen wurde das hypertrophieorientierte Krafttraining an eben dieser Maschine durchgeführt. Nach Ablauf der vier Trainingswochen folgten die Ausgangstests. Analog hierzu begann zum Zeitpunkt t2 (13.01.03 – 21.02.03) die Datenerhebung von KG2.

 

2.5 Darstellung der Ergebnisse von KG1
2.5.1 Darstellung der deskriptiven Ergebnisse der Trittleistung von KG1
Bei den Prä- und Posttests ließen wir die Probanden fünfmal den Tritt gegen den Kraftaufnehmer durchführen, um einen gemittelten Wert ihrer Trittkraft zu erhalten. Bei der Berechnung des Arithmetischen Mittels wurden der beste und der schlechteste Wert nicht mit in die Rechnung aufgenommen. Dies wurde von uns so gehandhabt, um dem Einfluss von zufällig entstandenen Extremwerten entgegenzuwirken. Das so entstandene Arithmetische Mittel wird die Basis für alle unsere weiteren Berechnungen sein. Die folgende Tabelle 3 zeigt die durchschnittlichen Anfangs- und Endleistungen der Probanden (KG1) beim Halbkreistritt sowie deren Trittkraftsteigerungen in N (D AV) und Prozent [(D AV)%]. Da alle unsere Probanden einen Leistungszuwachs zu verzeichnen hatten, haben wir bei dieser und allen folgenden Tabellen darauf verzichtet, dies durch ein positives Vorzeichen (+) zu kennzeichnen. Dies bezieht sich vor allem auf die Spalte „Differenz“ in den verschiedenen Tabellen.

Tabelle 3: Übersicht der Trittkraftverbesserung (D AV) von KG1

Anfangsleistung

 N

Endleistung

N

Differenz (D AV)

N

Prozentuale Steigerung der Anfangsleistung [(D AV)%]

%

3364

4135

771

22,9

1725

1989

264

15,3

1692

2070

378

22,3

1818

2650

832

45,8

4627

5711

1084

23,4

4441

5630

1189

26,8

2558

3053

495

19,4

3844

3961

117

3,0

3937

4247

310

7,8

3878

5065

1187

30,6

2.5.2 Darstellung der Ergebnisse der Maximalkraftleistung im quadriceps femoris von KG1
Die folgende Tabelle 4 zeigt die Anfangs- und Endleistungen der Probanden an der leg-extension Maschine und deren Leistungssteigerungen in kg (D UV) und Prozent [(D UV)%].

Tabelle 13: Übersicht der Maximalkraftverbesserung (D UV) von KG1

Anfangsleistung

 kg

Endleistung

kg

Differenz (D UV)

kg

Prozentuale Steigerung der Anfangsleistung [(D UV)%]

%

100

125

25

25,0

90

115

25

27,8

65

75

10

15,4

75

85

10

13,3

110

135

25

22,7

125

140

15

12,0

80

100

20

25,0

115

125

10

11,5

90

100

10

11,1

100

125

25

25,0

2.5.3 Interpretation der dargestellten Ergebnisse  von KG1
Bei allen Abbildungen und Tabellen ist deutlich zu erkennen, dass immer ein Leistungszuwachs sowohl bei der Maximalkraft des quadriceps femoris als auch bei der maximalen Trittkraft des Halbkreistritts stattgefunden hat. Nur die Störvariable „Technik“ hat sich, wie beabsichtigt, bis auf wenige Ausnahmen nicht verändert. Der Anstieg der Trittkraft und der Maximalkraft ist allerdings nicht einheitlich, sondern in unterschiedlich starker Ausprägung geschehen. Es bleibt festzuhalten, dass das komplette Training keinerlei leistungshemmende Auswirkungen hatte. Der allgemeine Trend, dass das Training nur einen leistungssteigernden Effekt hatte, spricht deutlich gegen eine Verifizierung unserer Hypothese A.
Die Probanden können grob in drei Gruppen eingeteilt werden:
Gruppe A
Die Gruppe A charakterisiert sich durch einen höheren Leistungsanstieg an der leg-extension Maschine als beim Halbkreistritt. Alle Probanden dieser Gruppe hatten aufgrund ihrer geringen Vorerfahrung mit der Tritttechnik große Übertragungsverluste. Dies lässt sich besonders gut daran erkennen, das trotz eines großen Kraftzuwachses im quadriceps femoris nur eine vergleichsweise geringe Leistungsverbesserung bei der Trittkraft aufgetreten ist. Es könnte auch daran liegen, dass Probanden Hemmungen hatten, beim Ausgangstest den Tritt mit voller Wucht auszuführen. Diese Hemmungen könnten angstbedingt sein und aus schmerzhaften Erinnerungen an den Eingangstest resultieren.
Gruppe B
Die Probanden der Gruppe B haben etwa gleiche Leistungssteigerungen bei beiden Werten. Bei diesen beiden Probanden zeigen sich nur geringe Unterschiede zwischen den Werten. Diese geringen Unterschiede lassen sich unserer Meinung nach, mit einem geringen Einfluss verschiedener Störvariablen erklären. Zum Beispiel sind hier die Tagesform oder der allgemeine Messfehler zwei dieser Variablen, die wir in diesem Fall für sehr wahrscheinlich halten.
Gruppe C
Die Gruppe C charakterisiert sich durch einen niedrigeren Leistungsanstieg an der leg-extension Maschine als bei der Trittkraft. Bei den Probanden hat während der Trainingsphase unvorhersehbar eine Technikverbesserung stattgefunden. Diese ist auf zum einen auf eine Wettkampfvorbereitung einiger Probanden zurückzuführen, zum anderen auf die Möglichkeit eines Messfehlers bei der Maximalkraftbestimmung an der leg-extension Maschine, denn hier war die Bestimmung des maximalen Gewichtes nur in 2,5 kg- Schritten möglich.

 

2.6 Analytische Ergebnisse von KG1
2.6.1 Interpretation der analytischen Ergebnisse von KG1
Da wir einen signifikanten Zusammenhang zwischen unserer Unabhängigen Variablen (UV) und unserer Abhängigen Variablen (AV) festgestellt haben, wird unsere Hypothese A wie erwartet verworfen. Daraus folgern wir, dass unser Trainingsprogramm für unsere Probanden von KG1 im Allgemeinen leistungssteigernd war. Dies steht ganz im Einklang zu den deskriptiven Ergebnissen von KG1.

 

2.6.2 Darstellung der deskriptiven Ergebnisse der Trittleistung von KG2
Bei der Datenerhebung von KG2 gingen wir analog zu der von KG1 vor. Die hier errechneten Arythmetischen Mittel bilden die Basiswerte für alle weiteren Berechnungen. Tabelle 5 stellt die durchschnittlichen Anfangs- und Endleistungen der Probanden von KG2 bei der Trittkraft dar, sowie deren Leistungssteigerungen in N (D AV) und Prozent [(D AV)%]. Da auch in dieser Gruppe (KG2) alle unsere Probanden einen Leistungszuwachs zu verzeichnen hatten, haben wir hier ebenso auf positive Vorzeichen (+) verzichtet.

  Tabelle 5: Übersicht der Trittkraftverbesserung (D AV) von KG2

Anfangsleistung

 N

Endleistung

N

Differenz (D AV)

N

Prozentuale Steigerung der Anfangsleistung [(D AV)%]

%

1598,66

2259

660,34

41,3

1798,66

2117,33

318,67

17,7

1857,33

1910,66

53,33

2,9

1937

1955,66

18,66

1

3478,33

4632,33

1154

33,2

1794,33

2972,33

1178

65,7

3330

3557,66

227,66

6,8

1409,66

1522

112,34

8,7

2416,66

2547

130,34

5,4

2077,33

2438

360,67

17,4

 

 

 

 

 

 

 

 

2.6.3 Darstellung der deskriptiven Ergebnisse der Maximalkraftleistung von KG2
Nachdem wir die Trittkraftergebnisse von KG2 dargestellt haben, folgen nun die Resultate des Krafttrainings. Die Tabelle zeigt die Anfangs- und Endleistungen der Probanden an der leg-extension Maschine und deren Leistungssteigerungen in kg (D UV) und Prozent [(D UV)%].

  Tabelle 6:     Übersicht der Maximalkraftsteigerung im quadriceps femoris (D UV) von KG2

Anfangsleistung

kg

Endleistung

 kg

Differenz (D UV)

kg

Prozentuale Steigerung der Anfangsleistung [(D UV)%]

%

65

82,5

17,5

26,92

90

110

20

22,22

85

95

10

11,76

110

140

30

27,27

140

160

20

14,28

75

105

30

40

140

160

20

14,28

65

92,5

27,5

42,3

120

150

30

25

67,5

92,5

25

37,03

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2.6.4 Interpretation der deskriptiven Ergebnisse von KG2
Auch in KG2 gab es nur Leistungszuwächse, sowohl an der leg- extension Maschine als auch bei der Trittkraft. Bei zwei Probanden waren die Steigerungen der Trittkraft allerdings so gering, dass sie unter dem Fünf-Prozent- Niveau lagen. Ein so geringer Zuwachs muss nicht unbedingt auf die unabhängige Variable zurückzuführen sein, sondern kann das Produkt von verschiedenen Störvariablen darstellen. Ein solches Ergebnis von unter fünf Prozent halten wir für nicht aussagekräftig. Die Störvariable „Technik“ kann allerdings ausgeschlossen werden, da diese ausführlich überprüft wurde. Es ergab sich, dass sich bei keinem Probanden die Technik wesentlich verändert hatte. Bei einem Großteil der Gruppe kam es zu keiner Veränderung in der Bewegungsausführung. Es kann festgestellt werden, dass das Trainingsprogramm auf alle Probanden zumindest keinen leistungshemmenden Einfluss hatte. Für die große Mehrheit der Probanden (80%) galt, dass der Maximalkraftzuwachs im quadriceps femoris zu einer Leistungssteigerung bei der maximalen Trittkraft führte. Um genauere Aussagen treffen zu können, teilen wir die Probanden von KG2 in drei Gruppen ein:
Gruppe D
Diese Gruppe zeichnet sich durch einen geringeren Leistungszuwachs bei der Trittkraft als fünf Prozent aus. Obwohl die Probanden einen messbaren Kraftanstieg im quadriceps femoris hatten, gab es keinen relevanten Effekt auf die maximale Trittkraft.
Gruppe E
Gruppe E setzt sich aus Probanden zusammen, die einen höheren Anstieg der Maximalkraft an der leg- extension Maschine hatten als bei der Trittkraft.  Diese Probanden weisen die Resultate auf, die wir erwartet haben. Bei allen gab es eine deutliche Steigerung der Maximalkraft im quadriceps femoris sowie bei ihrer Trittkraft. Allerdings kam es bei allen Probanden zu einem mehr oder weniger großen Übertragungsverlust, so dass die prozentualen Steigerungen bei der Trittkraft geringer ausfielen als bei der Maximalkraft. Die Ergebnisse der größten Gruppe von KG2 deuten an, dass die Theorie, nach der ein gesteigertes Kraftmaximum, bei entsprechendem koordinativen Niveau, in Trittkraft umgesetzt werden kann, zutrifft. Bei dieser Umsetzung kommt es vermutlich zu Leistungsverlusten (Übertragungsverlusten), die je nach technischem Vermögen größer oder kleiner ausfallen können.  
Gruppe F
Diese Gruppe charakterisiert sich durch einen niedrigeren Zuwachs an Maximalkraft im quadriceps femoris als an Trittkraft. Bei den Probanden handelt es sich um erfahrene Kampfsportler, die aber noch nie zuvor ein Krafttraining für die unteren Extremitäten in dieser Form durchgeführt hatten. Anscheinend waren beide in der Lage, die dazu gewonnene Kraft voll zu adaptieren, bzw.  sie in ihre Technik zu integrieren.

 

2.6.5 Interpretation der analytischen Ergebnisse von KG2
Da wir einen signifikanten Zusammenhang zwischen unserer Unabhängigen Variablen (UV) und unserer Abhängigen Variablen (AV) festgestellt haben, wird unsere Hypothese A wie erwartet verworfen. Daraus ist unserer Meinung nach ersichtlich, dass unser Trainingsprogramm für unsere Probanden von KG2 im Allgemeinen leistungssteigernd war.

 

2.7 Zusammenfassung der Ergebnisse der Überprüfung von Hypothese A
Die Hypothese A muss aufgrund der analytischen und deskriptiven Ergebnisse verworfen werden, da sich bei beiden Krafttrainingsgruppen (KG1 und KG2) eine signifikante Verbesserung der Trittkraft zeigte. Diese Verbesserung ist auf unser Treatment zurückzuführen.

 

3 Überprüfung der Hypothese B
Hypothese B
Ein spezifisches Techniktraining des Halbkreistritts hat keinen  Einfluss auf die maximale Kraftentwicklung beim Mawaschi– Geri (Halbkreisfußtritt) im Shotokan Karate.
 
3.1 Merkmalsstichprobe für TG
Die Merkmalsstichprobe ist beim Techniktraining die gleiche wie beim Krafttraining. Untersucht wird die Trittkraft eines Halbkreistritts beim Auftreffen auf einen Kraftaufnehmer. Die so gemessene Kraft wird wiederum in Newton (N) angegeben. Die Trittkraft ist die abhängige Variable (AV). Die unabhängige Variable (UV) ist bei der Technikgruppe die Qualität der sportlichen Technik. Wir gehen davon aus, dass die Maximalkraft der an der Technik beteiligten Muskulatur durch das Techniktraining nicht wesentlich beeinflusst wird. Um dies zu verifizieren mussten die Probanden beim Ein- und Ausgangstest ebenfalls an einer Überprüfung ihrer Maximalkraft im quadriceps femoris teilnehmen. Die zu erwartenden Störvariablen sind ebenso zahlreich wie bei den Krafttrainingsgruppen, aber Folgende haben wir zweifelsfrei als relevante Größen  identifizieren können:

Motivation, Schmerzempfinden, Angst, veränderte Maximalkraft, Grad der Erwärmung, Vorermüdung und anderweitiges Training.

3.2 Personenstichprobe von TG
Die Probanden der Techniktrainingsgruppe bestehen aus 15 Studenten des Institutes für Sportwissenschaften Frankfurt am Main im Alter zwischen 19  und 30 Jahren. In Bezug auf Vorerfahrungen in Kampfsportarten ist die Gruppe inhomogen. Das private Trainingsprogramm der Probanden wurde auch während der Studie unverändert fortgeführt.
 
3.3 Messmethodik / -instrumentarium für TG
Siehe Messmethodik / -instrumentarium unter Punkt 2.3.

 

3.4 Untersuchungsverlauf von TG
Die Untersuchung von TG wurde vom Montag, den 13.01.03 bis zum Freitag, den 21.02.03 (t2) durchgeführt. Im Diagnoseraum des Institutes für Sportwissenschaften Ffm. führten wir mit den Probanden nach einer kurzen Aufwärmphase den Eingangstest zur Feststellung der maximalen Trittkraft beim Halbkreistritt durch. Nach einigen Probetritten folgten die fünf Testmessungen. Danach wurde die Maximalkraft des quadriceps femoris an der leg extension Maschine festgestellt. In den kommenden Wochen fand das spezifische Techniktraining zweimal wöchentlich statt. Nach Ablauf der vier Trainingswochen folgten die Ausgangstests.

 

3.5 Darstellung der Ergebnisse von TG
3.5.1 Darstellung der deskriptiven Ergebnisse der Trittleistung von TG
Bei der Bestimmung der Trittleistung von TG gingen wir genauso vor wie bei KG1 und KG2. Die folgende Tabelle 7 zeigt die durchschnittlichen Anfangs- und Endleistungen der Probanden (TG) bei der Trittkraft sowie deren Leistungssteigerungen in N (D AV) und Prozent [(D AV)%]. Da auch hier alle unsere Probanden einen Leistungszuwachs zu verzeichnen hatten, haben wir wiederum auf positive Vorzeichen (+) verzichtet.

Tabelle 7: Übersicht der Trittkraftverbesserung (D AV) von TG

Anfangsleistung

N

Endleistung

N

Differenz (D AV)

N

Prozentuale Steigerung der Anfangsleistung [(D AV)%]

%

2977,00

4287,00

1310,00

44,0

3834,66

4938,33

1103,67

28,8

2285,33

3591,33

1306,00

57,2

3794,00

5037,66

1243,66

32,8

2319,33

2453,00

133,67

5,8

4218,66

4876,33

657,67

15,6

5709,66

6610,00

900,34

15,8

3063,00

4746,66

1683,66

54,97

2732,00

3623,33

891,33

32,6

4072,33

7687,00

3614,67

88,7

2207,00

2872,66

665,66

30,2

4275,66

5646,33

1370,67

32,1

1989,33

2060,33

71,00

3,6

1746,66

2217,00

470,34

26,9

4277,33

4904,00

626,67

14,7

3.5.2 Darstellung der deskriptiven Ergebnisse der Technikbewertung von TG
Nachdem wir uns mit der abhängigen Variablen, der Trittkraft, auseinandergesetzt haben, folgen nun die deskriptiven Ergebnisse der unabhängigen Variablen, der Technikwertung von TG. Dies beinhaltet die Wertungen des Ein- bzw. Ausgangstest und einen direkten Vergleich dieser beiden. Um das Versuchskollektiv effizient untersuchen zu können, teilen wir die Probanden in vier Gruppen auf, abhängig von ihrer prozentualen Steigerung der Trittleistung sowie der Tendenz der Technikverbesserung.
 
3.5.3 Darstellung der deskriptiven Ergebnisse der Maximalkraftleistung von TG
Die folgende Tabelle 8 zeigt die Anfangs- und Endleistungen der Probanden an der leg-extension Maschine und deren Leistungssteigerungen in kg und Prozent.

Tabelle 8: Übersicht der Maximalkraftverbesserung von TG 

Anfangsleistung

kg

Endleistung

kg

Differenz

kg

Prozentuale Steigerung der Anfangsleistung

%

120

122,5

+2,5

+2,08

135

135

0

0

125

130

+5

+4

115

115

0

0

80

85

+5

+6,25

130

135

+5

+3,84

125

130

+5

+4

150

150

0

0

170

160

- 10

- 6,25

155

155

0

0

95

97,5

+2,5

+2,63

110

115

+5

+4,54

115

115

0

0

75

72,5

- 2,5

- 3,4

132,5

132,5

0

0

3.5.4 Interpretation der deskriptiven Ergebnisse von TG
Alle Probanden verbessern ihre Trittleistung, während es bei der Kraftleistung keine großen Veränderungen gab. Oben wurde schon erwähnt, dass es für die sportliche Leistungsfähigkeit neben den psychischen Aspekten zwei limitierende Größen physischer Natur gibt, die Koordination und die Kondition. Ziel des Techniktrainings ist es, die technischen Fähigkeiten zu verbessern. Es ist nicht beabsichtigt die konditionellen Fähigkeiten, im speziellen die Kraft, wesentlich zu steigern. Bei TG gab es praktisch keine Kraftsteigerungen im quadriceps femoris. Sechs Probanden, also fast die Hälfte des Versuchskollektives, hatte keine Veränderung in ihrer  Kraftleistung. Die vorhandenen geringen Veränderungen der Maximalkraft im quadriceps femoris, sowohl in positiver als  auch in negativer Richtung, sind eher auf die Tagesform der Probanden oder auf den potentiellen Messfehler zurückzuführen als auf das Techniktraining.  Da somit der Einfluss der konditionellen Komponente auf die Trittleistung weitgehend auszuschließen ist, kommen für die Erklärung der Trittkraftsteigerungen hauptsächlich technische Aspekte in Frage.
Gruppe G
Diese Gruppe hat eine nur geringe technische Verbesserung aufzuweisen (+). Die Trittkraftsteigerungen waren ebenso sehr gering (< 7%).
Das Techniktraining hatte anscheinend kaum Auswirkungen auf die Probanden.
Gruppe H
Diese Gruppe hat die Technikknotenpunkte stark verbessern können (++). Die Trittkraftsteigerungen waren jedoch nicht so sehr ausgeprägt (< 27%), wie bei Gruppe J.
Gruppe I
Diese Gruppe hat eine nur geringe technische Verbesserung aufzuweisen (+). Allerdings waren die Trittkraftsteigerungen stärker ausgeprägt (< 32,7%) als in Gruppe H. Die relativ hohe Trittkraftsteigerung ist bei allen Probanden auf eine starke Verbesserung der intermuskulären Koordination zurückzuführen, da der Bewegungsablauf unter Einhaltung der Technikknotenpunkte sich nicht wesentlich verändert hat.
Gruppe J
Diese Gruppe hat die Technikknotenpunkte stark verbessern können (++). Die Trittkraftsteigerungen waren in dieser Gruppe am höchsten (< 90%).

 

3.6 Analytische Ergebnisse von TG
3.6.1 Interpretation der analytischen Ergebnisse von TG
Da wir einen signifikanten Zusammenhang zwischen unserer Unabhängigen Variablen (UV) und unserer Abhängigen Variablen (AV) festgestellt haben, wird unsere Hypothese wie erwartet verworfen. Daraus ist ersichtlich, dass unser Trainingsprogramm für die Probanden von TG leistungssteigernd war.

 

3.6.2 Zusammenfassung der Ergebnisse der Überprüfung von Hypothese B
Die Hypothese B muss aufgrund der deskriptiven und analytischen Ergebnisse verworfen werden, da sich bei der Techniktrainingsgruppe (TG) eine signifikante Verbesserung der Trittkraft zeigte. Diese Verbesserung ist auf unser Treatment zurückzuführen.

 

4 Überprüfung von Hypothese C
Hypothese C
Bei den Probanden mit großer Vorerfahrung mit der Tritttechnik nimmt  das Krafttraining einen größeren leistungssteigernden Einfluss auf die maximale Kraftentwicklung beim Mawashi-Geri (Halbkreisfußtritt) im Shotokan Karate als das spezifische Techniktraining.

 

4.1 Merkmalsstichprobe zur Überprüfung von Hypothese C
Im Folgenden soll gezeigt werden, dass die Trittkraftverbesserung abhängig vom technischen Niveau eines Athleten ist. Die hier relevanten Merkmale sind: der Trittkraftanstieg in Prozent und das technische Niveau in Form der Technikbewertung, die allerdings nur die Bewegungsfertigkeit erfasst. Die koordinativen Komponenten können von uns nicht gemessen werden. Die unabhängige Variable wird hier von der Technikwertung des Eingangstests repräsentiert. Die abhängige Variable ist die Trittkraftsteigerung in %, die durch das jeweilige Treatment hervorgerufen wurde. Die Störvariable ist hier, neben den schon bekannten, vor allem die potentielle Ungenauigkeit des Expertenurteils der Technikwertungen.

 

4.2 Personenstichprobe zur Überprüfung von Hypothese C
Die Personenstichprobe umfasst alle Probanden unserer drei Versuchsgruppen (KG1, KG2 und TG).

 

4.3 Messmethodik / -instrumentarium
Identisch zu den bereits beschriebenen.

 

4.4 Untersuchungsverlauf zur Überprüfung von Hypothese C
Um Hypothese C überprüfen zu können, bilden wir Probandenpaare abhängig von ihrem technischen Niveau. Den Probanden der Krafttrainingsgruppen werden Ränge, abhängig von ihren Technikwertungen im Eingangstest zugeteilt. Dabei repräsentiert der niedrigste Rang die höchste Technikwertung. Das gleiche Verfahren wird auf die Techniktrainingsgruppe angewandt. Orientiert am MAX-KON-MIN-Prinzip werden nun aus beiden Gruppen (KG1+2 und TG) die Probanden mit den fünf niedrigsten Rängen (1-5) gegenübergestellt. Da Hypothese C eine Aussage über Probanden mit großer technischer Vorerfahrung macht, werden nur die fünf technisch fähigsten Probanden für diese Überprüfung ausgewählt. So bilden sich fünf Probandenpaare mit jeweils gleichem Rang. Nun können die Probanden verschiedener Gruppen miteinander verglichen werden. Das hier beschriebene Verfahren findet deshalb seine Anwendung, da wir in unserer Studie nur über abhängige Personenstichproben verfügen und somit keine Normalverteilung gegeben ist. Deshalb können auch keine Arithmetischen Mittel für die Gruppen gebildet werden.

 

4.5 Deskriptive Ergebnisse der Überprüfung von Hypothese C
4.5.1    Interpretation der deskriptiven Ergebnisse der Überprüfung von Hypothese C
Um Hypothese C zu bestätigen, sollte sich Folgendes bei dem Vergleich der Trittkraftsteigerungen der Probandenpaare ergeben:
Im Idealfall sollten alle Probanden der Krafttrainingsgruppen einen höheren Trittkraftanstieg vorzuweisen haben als die Probanden der Techniktrainingsgruppe. Leider ist dies nur bei drei von fünf Paaren der Fall. Somit kann die Hypothese C rein deskriptiv nicht bestätigt werden. Da drei von fünf Probandenpaaren unsere Erwartungen bestätigen und zwei Probandenpaare andere Ergebnisse zeigten, können wir unsere Hypothese C weder verwerfen, noch verifizieren. Die nicht eindeutigen Ergebnisse lassen sich vermutlich auf das hohe Niveau der Probanden im Technik- sowie im Kraftbereich zurückführen. Alle Probanden hatten zwar beide Trainingsformen bisher regelmäßig durchgeführt, allerdings nie in der von uns geforderten Intensität. Dies führte bei einigen Probanden während des Techniktrainings zu einer wider erwartend hohen Steigerung der inter- und intramuskulären Koordination. Im Gegensatz dazu blieben die Ergebnisse einiger Probanden während des Krafttrainings hinter den Erwartungen zurück. Diese Vermutungen müssten allerdings in einer weiteren Studie belegt werden.

 

4.6 Zusammenfassung der Ergebnisse der Überprüfung von Hypothese C
Leider konnte hier keine konkrete Aussage über den Wahrheitsgehalt der Hypothese C getroffen werden. Die teilweise widersprüchlichen Ergebnisse machten dies unmöglich. Anscheinend ist der Erfolg des jeweiligen Treatments stark von den einzelnen Probanden abhängig. Auffällig ist, dass beide Treatments in jedem Fall zu einer deutlichen Leistungssteigerung geführt haben.

 

5  Überprüfung von Hypothese D
Hypothese D
Bei den Probanden mit geringer Vorerfahrung mit der Tritttechnik nimmt  das Krafttraining einen niedrigeren leistungssteigernden Einfluss auf die maximale Kraftentwicklung beim Mawashi-Geri (Halbkreisfußtritt) im Shotokan Karate als das spezifische Techniktraining.
 
5.1 Merkmalsstichprobe zur Überprüfung von Hypothese D
Im Folgenden soll gezeigt werden, dass die Trittkraftverbesserung abhängig vom technischen Niveau eines Athleten ist. Hier soll gezeigt werden, dass Probanden mit niedrigem technischem Niveau eher vom Techniktraining profitieren, wenn die Trittkraft gesteigert werden soll. Die hier relevanten Merkmale sind der Trittkraftanstieg in Prozent und das technische Niveau in Form der Technikbewertungen. Die unabhängige Variable wird hier von der Technikwertung des Eingangstests repräsentiert. Die abhängige Variable ist die Trittkraftsteigerung in %, die durch das jeweilige Treatment hervorgerufen wurde. Die Störvariablen sind dieselben wie im vorangegangenen Kapitel.

 

5.2    Personenstichprobe zur Überprüfung von Hypothese D
Die Personenstichprobe umfasst alle Probanden unserer drei Versuchsgruppen (KG1, KG2 und TG).

 

5.3 Messmethodik / -instrumentarium
Siehe oben.

 

5.4 Untersuchungsverlauf zur Überprüfung von Hypothese D
Um Hypothese D überprüfen zu können, bilden wir Probandenpaare abhängig von ihrem technischen Niveau. Den Probanden der Krafttrainingsgruppen werden Ränge, abhängig von ihrer Technikwertungen im Eingangstest zugeteilt. Dabei repräsentiert der niedrigste Rang die niedrigste Technikwertung. Das gleiche Verfahren wird auch auf die Techniktrainingsgruppe angewandt. Orientiert am MAX-KON-MIN-Prinzip werden nun aus beiden Gruppen (KG1+2 und TG) die Probanden mit den fünf niedrigsten Rängen (1-5) gegenübergestellt. Da Hypothese D eine Aussage über Probanden mit geringer technischer Vorerfahrung macht, werden nur die fünf technisch unerfahrensten Probanden für diese Überprüfung ausgewählt. So bilden sich fünf Probandenpaare mit jeweils gleichem Rang. Nun können die Probanden verschiedener Gruppen miteinander verglichen werden.

 

5.5 Deskriptive Ergebnisse der Überprüfung von Hypothese D
Um Hypothese D zu bestätigen, sollte sich Folgendes bei dem Vergleich der Leistungssteigerungen der Probandenpaare zeigen: Innerhalb der Probandenpaare sollten alle Probanden der Techniktrainingsgruppe einen höheren Trittkraftanstieg vorzuweisen haben als die Probanden der Krafttrainingsgruppen. Genau dieser „Idealfall“ ist eingetreten. Rein deskriptiv kann Hypothese D also klar bestätigt werden.

 

5.6 Zusammenfassung der Ergebnisse der Überprüfung von Hypothese D
Hypothese D hat sich klar bestätigt. Mit Ausnahme von einer Probandin gelang es keinem Probanden der Krafttrainingsgruppen einen hohen Anstieg der Trittkraft zu erzielen. Dahingegen befanden sich unter den Probanden von TG diejenigen, die den mit Abstand größten Zuwachs aller Probanden aus allen Gruppen zu verzeichnen hatten. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass technisch schlechte Probanden mehr von einem Techniktraining profitieren als von einem Krafttraining.

 

6 Trainingspraktische Folgerungen
Unsere bisherigen Untersuchungen führen uns zu den folgenden trainingspraktischen Überlegungen:

 

Wenn eine Technik im Karate trainiert werden soll, ist es wichtig, dass sich der Übungsleiter immer im Klaren über deren Zielsetzung ist. Soll die Technik im Karatewettkampf angewendet werden, sind vor allem folgende Aspekte der Bewegungsausführung von Bedeutung:

 

Aufgrund des Reglements ist der intensive Körperkontakt verboten. Die Ziele werden nur „markiert“. Um in einem solchen Wettkampfsystem erfolgreich zu sein, muss die Ausführungszeit der Techniken möglichst kurz gehalten werden, um dem Gegner die Abwehrreaktion zu erschweren. Daraus resultiert, dass der Beschleunigungsweg der Wettkampftechniken kurz ist und somit der am Ende übertragene Kraftimpuls relativ gering ist.
Soll die Technik in einer Selbstverteidigungssituation eingesetzt werden, hat sie zum Ziel den Gegner kampfunfähig zu machen. Um dies zu erreichen, muss die Technik einen möglichst großen Kraftimpuls übertragen. Dieser wiederum wird nur von einer Technikausführung erreicht, die einen langen Beschleunigungsweg und somit eine hohe Endgeschwindigkeit hat. Außerdem wird durch die Ausführung der Technik versucht, möglichst viel eigene Körpermasse in die Bewegung zu integrieren, um deren Trittkraft zu erhöhen. Je nach Trainingsziel muss der Übungsleiter nun das Technikschema auswählen, welches er lehren will.
Die Ergebnisse unserer Studie zeigten weiter, dass Krafttraining, bzw. auch Techniktraining, generell nicht leistungshemmend ist. Beide Trainingsmethoden führen, bis auf wenige Ausnahmen, zu einem messbaren Trittkraftanstieg. Aus diesem Grund können für den Trainingsalltag beide Trainingsformen empfohlen werden. Der Trainingserfolg variierte allerdings stark zwischen den einzelnen Probanden.

 

Während des Techniktrainings hat sich neben den Technikbahnen ein intensives Pratzentraining als effektiv erwiesen. Aber gerade diese Trainingsmethode wird im Trainingsalltag häufig vernachlässigt und sollte verstärkt Anwendung finden. Obwohl das Pratzentraining von den Probanden als konditionell sehr fordernd empfunden wurde, gab es keine Steigerung der  konditionellen Komponente der Maximalkraft. Aus diesen Ergebnissen lässt sich, entgegen der Meinung vieler Trainer, schlussfolgern, dass ein intensives Techniktraining bei entsprechenden Voraussetzungen auf die Maximalkraft keinerlei Einfluss hat.
Weiterhin können wir differenziertere Aussagen über die Wahl der Trainingsmethode, abhängig vom technischen Leistungsstand eines Athleten, treffen. Für technisch schlechte Athleten ist ein Techniktraining zu empfehlen, da hier die größeren Trittkraftsteigerungen zu erwarten sind. Das Krafttraining zeigt zwar auch Erfolge, allerdings nicht in diesem Maße. Ein langfristiges Trainingsprogramm für einen Anfänger würde also mit einem Techniktraining beginnen. Nach dem Erlernen der Feinform einer Technik sollte dann erst im Wechsel Kraft und Technik trainiert werden.

 

Bei technisch guten Athleten muss die Auswahl der Trainingsmethode individuell erfolgen. Dabei wird dessen Kraft-, bzw. Technikfähigkeiten berücksichtigt, wobei das schlechter entwickelte Merkmal bevorzugt trainiert werden sollte. Im weiteren Trainingsverlauf ist zu empfehlen, zwischen den verschiedenen Methoden zu wechseln.

 

7  Zusammenfassung
7.1  Zusammenfassung der Problemstellung und Zielsetzung
Bei einer Beobachtung des Trainingsalltags im Karatetraining stellten wir fest, dass so gut wie kein Krafttraining mit zusätzlichen Lasten durchgeführt wird. Intensives Krafttraining wird weiterhin von vielen Trainern als leistungshemmend eingestuft. Hier herrscht die Meinung: „Zuviel Muskelmasse macht langsam“. Dies steht im Kontrast zu den aktuellen Erkenntnissen der Trainingswissenschaft. Bei einer intensiven Literaturrecherche zu diesem Themenkomplex entdeckten wir, neben einigen mehr oder weniger relevanten Veröffentlichungen, zwei Artikel, die die unterschiedlichen Standpunkte polarisierten. W. Joch et. al. vertreten den Standpunkt, dass ein zu hohes Kraftniveau auf Kosten der Schlagschnelligkeit geht. Dies geht auf ihre Feststellung zurück, dass das Training eines Einzelmerkmales einer komplexen Bewegung diese negativ beeinflusst. Nur ein Techniktraining, das den Bewegungsablauf in seiner Ganzheit schult, führt zu einer Leistungssteigerung. M. Bührle et. al. gehen hingegen davon aus, dass die Steigerung des Einzelmerkmales „Kraft“ sehr wohl einen leistungssteigernden Einfluss auf eine komplexe Bewegungshandlung hat. Zwar beschäftigen sich diese beiden Quellen mit dem Boxen und nicht mit Karate, aber da es viele Parallelen zwischen diesen beiden Kampfsportarten gibt, haben wir die Erkenntnisse der Quellen auf das Shotokan- Karate übertragen. Die differenten Standpunkte sollten am Beispiel des Halkreisfußtritts (Mawashi- Geri) überprüft werden. Aus der Literatur folgerten wir so unsere Forschungshypothesen A, B, C und D.

 

7.2  Zusammenfassung des methodischen Vorgehens
Zunächst sollte Hypothese A überprüft werden. Um dies zu verwirklichen, wurden bei den Probanden eines Versuchskollektives (KG1) folgende Merkmale in einem Eingangstest untersucht:

 

Trittkraft:          Die Trittkraft der Probanden wurde mittels eines Kraftaufnehmers in der physikalischen Einheit für Kraft (N) bestimmt.
Maximalkraft:   Die Maximalkraft wurde an einer leg- extension Maschine gemessen.
Technik:           Die Technik wurde auf Video aufgezeichnet und analysiert.

Nun führten wir mit den Probanden von KG1 ein Krafttraining durch. Die Ergebnisse des Ausgangstests zeigten uns, dass die Verbesserung des Einzelmerkmales „Kraft“ die Trittkraft unserer Probanden steigerte. Daraufhin beschlossen wir, die Effektivität eines Techniktrainings mit der eines Krafttrainings zu vergleichen. Wir stellten erneut zwei Probandenkollektive zusammen, die ein Krafttraining, bzw. Techniktraining durchlaufen sollten. In den Ein- und Ausgangstests wurden ebenfalls die oben beschriebenen Merkmale festgehalten. Die zweite Krafttrainingsgruppe (KG2) sollte die Ergebnisse der Ersten (KG1) bestätigen. Die Techniktrainingsgruppe (TG) sollte dann in den Vergleich zu den beiden Krafttrainingsgruppen treten. Deshalb bestand die Techniktrainingsgruppe aus mehr Probanden als nur eine einzelne Krafttrainingsgruppe. Um die Techniktrainingsgruppe mit den beiden Krafttrainingsgruppen vergleichen zu können, wurden die jeweils technisch Besten, bzw. Schlechtesten zu Probandenpaaren zusammengefasst. Diese Probandenpaare setzten sich zusammen aus zwei technisch gleichrangigen Probanden, die jeweils aus den verschieden Trainingsgruppen stammten. Hierfür wurden die beiden Krafttrainingsgruppen (KG1 und KG2) als eine einzige große Krafttrainingsgruppe aufgefasst.

7.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Hypothese A musste aufgrund der Ergebnisse der Untersuchung von KG1 verworfen werden. Dieses Resultat wurde durch die Untersuchung von KG2 bestätigt. Somit gilt:

 

Ein hypertrophieorientiertes Krafttraining der unteren Extremitäten hat einen leistungssteigernden Einfluss auf die maximale Kraftentwicklung beim Mawaschi– Geri (Halbkreisfußtritt) im Shotokan Karate.

Die Hypothese B musste ebenfalls verworfen werden, da die Ergebnisse der Untersuchung von TG folgendes zeigten:

Ein spezifisches Techniktraining des Halbkreistritts hat einen leistungssteigernden Einfluss auf die maximale Kraftentwicklung beim Mawaschi– Geri (Halbkreisfußtritt) im Shotokan Karate.

Die Hypothese C konnte nicht klar bestätigt werden, da die Ergebnisse der einzelnen Probandenpaare nicht einheitlich waren.

Die Hypothese D konnte bestätigt werden, da bei allen Probandenpaaren die gleichen Tendenzen deutlich zu erkennen waren. Somit gilt:

Bei den Probanden mit geringer Vorerfahrung mit der Tritttechnik nimmt  das Krafttraining einen niedrigeren leistungssteigernden Einfluss auf die maximale Kraftentwicklung beim Mawaschi– Geri (Halbkreisfußtritt) im Shotokan Karate als das spezifische Techniktraining.

7.4 Schlussfolgerungen und Diskussion
Unsere Ergebnisse zeigen deutlich, dass das Krafttraining im Trainingsalltag eines Karateka zu empfehlen ist. Im Einzelfall kann aber auch ein intensives Techniktraining wesentlich effektiver sein. Für Anfänger empfiehlt sich ein intensives Techniktraining, wobei das Krafttraining vernachlässigt werden kann. Die Untersuchung der Hypothese D zeigte aber, dass auch Anfänger von einem Krafttraining profitieren. Deshalb kann einem Anfänger geraten werden, neben dem intensiven Techniktraining ein spezifisches Krafttraining in einem gemäßigten Umfang durchzuführen. Leider konnten wir über Hypothese D keine klare Aussage treffen. Die weitere Untersuchung dieser Hypothese in einer separaten Studie wäre wünschenswert. Ebenfalls sollte die Allgemeingültigkeit unserer Aussagen in einer weiteren Arbeit überprüft werden, da wir in unserer Studie nur personen- bzw. versuchkollektivabhängige Aussagen treffen konnten. Die weiterführenden Studien sollten über ein größeres und/oder ein spezialisiertes Versuchskollektiv verfügen.

 

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