In allen japanischen Kampfkünsten bildet Rei Ho die Grundlage für den Lernprozess des einzelnen (auch in moralisch-ethischer Hinsicht). Nur wer stets sowohl seinen Trainingspartnern als auch seinem Trainer sowie der Trainingsstätte gegenüber die entsprechende Achtung erweist, wird es zu wahrer Meisterschaft in der von ihm angestrebten Kunst bringen. Die Einhaltung der Dojo-Ordnung, zu der auch die Ausführung der nachfolgenden Grußformen gehört, gewährleistet die für ein harmonisch verlaufendes Training nötigen Grundeinstellungen wie Aufmerksamkeit, nötigen Ernst und Sorgfalt beim Ausüben und Erlernen der Techniken.
Rei Ho sollte in jeder Hinsicht auch außerhalb des Dojo gepflegt werden.
Der Lehrer gibt das Kommando zum Abknien (Suwari-gata) in Seiza-no-kamae. Zuerst kniet der Lehrer ab, dann die Schüler der Reihenfolge nach (der höchstgraduierteste Schüler zuerst).
Der Lehrer wendet sich dem Schrein zu (bzw. dreht sich um 180°). Nun erheben alle die Hände über den Kopf, legen die Handflächen zusammen, reiben die Hände und sprechen dem Lehrer nach: «Chihaya buru, kami no oshie wa tokoshi ni tadashiki kokoro, mio mamoru ran. Shikin Haramitsu Daikomyo » (Bitte um Schutz und Erleuchtung). Es folgt zweimaliges Händeklatschen (zur Vertreibung der «bösen» Geister) und eine Verneigung, danach wieder einmaliges Händeklatschen (zur Aufweckung des eigenen Geistes und Bereitmachung zum Training) und eine nochmalige Verbeugung.
Der Lehrer wendet sich wieder den Schülern zu und gibt das Kommando «Mokuso» (Konzentration).
Nach ausreichender geistiger Einstimmung auf das nun folgende Training gibt er das Kommando «Yamme» (Ende der Meditation).
Der höchstgraduiersteste Schüler erteilt hierauf das Kommando «Sensei-ni ... Rei».
Schüler und Lehrer verbeugen sich der Reihenfolge nach in Seiza Rei voreinander. Hieran schließt sich Shi Rei an (siehe Punkt vier!).
Zur Beendigung des Trainings stellen sich Lehrer und Schüler in derselben Art und Weise auf wie zu Beginn des Trainings. Im Stand wird in Shizen-no-kamae (Shizen-rei) oder in Kongo-gassho-no-kamae (Tenryaku-uchu-gassho-rei) mit einer kurzen Verbeugung abgegrüßt (Ritsu-rei); hierbei sagen die Schüler gemeinsam «Dômo-arigato-gozai-mashita» (Dank an den Trainer für das Training). Für das Abgrüßen am Boden kniet man sich hierzu in Seiza-rei ab. Der Lehrer gibt das Kommando «Mokuso» und beendet es nach angemessener Zeit wieder mit dem Kommando «Yamme». Hierauf folgt das Kommando «Rei», wobei sich der Lehrer und die Schüler voreinander verbeugen; die Schüler sagen während der Ausführung der Verbeugung «Domo-arigato-gozai-mashita» (Dank an den Trainer für das Training). Eventuell schließt sich hieran ein nochmaliges Kommando des höchstgraduiertesten Schülers an (Sogo ni rei ), worauf sich die Schüler noch einmal verbeugen, dieses Mal als Danksagung an die höheren Schüler (Sempai).
Im Anschluss an Shizen Rei ruft der höchstgraduierteste Schüler «Shisei o tadashite, sensei ni rei» (Findet Euch zum Lehrergruß ein!). Darauf verbeugen sich Schüler und Lehrer voreinander und sagen «Onegai Shimasu» (Bitte, d.h. man möchte mit dem Training beginnen).
Der Lehrer erhebt sich, hierauf folgen die Schüler der Reihe nach.
Befinden sich in einem Training zwei oder mehr Dan-Träger, so haben sich diese, sofern sie in irgendeiner Form an der Leitung der Übungseinheit beteiligt sind, im Anschluß an die Verbeugung den Schülern gegenüber ebenfalls voreinander zu verbeugen.
Beim Betreten und Verlassen einer Trainingsstätte (Dojo) ist aus Höflichkeit gegenüber den anwesenden Lehrern und Mitschülern durch Shizen Rei zu grüßen. Befindet man sich bereits im Dojo, wenn der Lehrer kommt, so erhebt man sich und begrüßt diesen mit einer Verbeugung.